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Fruchtbarkeit bei der Milchkuh – Was tun gegen Zysten

Was sind Zysten und welche Auswirkungen können sie haben

Zysten sind gereifte Eier, die nicht gesprungen sind und auf dem Eierstock weiterwachsen. Alle Follikel, welche über 2.5 cm gross sind und während mehr als 10 Tagen auf dem Eierstock befindet werden als Zyste bezeichnet. Grundsätzlich wird zwischen dünnwandigen und dickwandigen Zysten unterschieden. Die dünnwandigen Follikelzysten produzieren Östrogen und die Kuh ist dauerbrünstig. Im Gegensatz dazu enthält die dickwandige (luteinisierte) Thekazyste Gelbkörper-Gewebe, welches Progesteron bildet und somit den Zyklus stoppt. Dies führt dazu, dass eine Kuh nicht stierig wird oder bei der Trächtigkeitskontrolle «leer» ist. Eine Zyste sollte immer mit Hormonen therapiert werden. Das in der Praxis bekannte Abdrücken kann zu inneren Blutungen führen, was mit dem Tod der Kuh / des Rindes enden kann. Besteht der Verdacht auf Eierstockzysten, gilt es möglichst schnell zu handeln. Denn eine Zyste kann bis zu 10 cm gross werden.

Was tun gegen Zysten

Hat ein Betrieb Probleme mit Zysten-Kühen, so müssen für eine Verbesserung diverse Faktoren berücksichtigt werden

  • Negative Energiebilanz (NEB) in der Startphase
    Bereits in der Galtphase ist auf den Body Condition Score (BCS) zu achten, damit die das kalbende Tier optimal in die Produktionsphase starten kann. Nach der Geburt des Kalbes sollte der Futterverzehr möglichst hochgehalten werden, damit die Kühe wieder genügend Nährstoffe aus dem Grundfutter aufnehmen können und keine negative Energiebilanz resultiert. Komplikationen nach dem Abkalben wie Milchfieber, Nachgeburtsverhalten, Gebärmutterentzündung, Ketose, etc. können bereits das Risiko einer Zystenbildung erhöhen. Neben der Dauer spielt auch die Ausprägung der Erkrankung eine zentrale Rolle.
  • Gebärmutterentzündung
    Solange die Nachgeburt nicht zu stinken begingt, kann eine Kuh diese selbst ablösen und ausscheiden. Bei einer stinkenden Nachgeburt mit einhergehendem weissem Ausfluss muss sofort gehandelt werden, denn dies sind Anzeichen einer Gebärmutterendzündung. Ist die Gebärmutter nicht sauber führt dies dazu, dass der Besamungserfolg deutlich geringer ist und die Gefahr einer Zystenbildung steigt.
  • Unterversorgung von Mengen-, Spurenelementen und Vitaminen
    Eine Unterversorgung von Mengen-, Spurenelementen und Vitaminen führt dazu, dass die Blutgehalte zu tief sind. Speziell die Spurenelemente Zink, Mangan, Kupfer, Selen und Kobalt werden benötigt, um den Fruchtbarkeitsapparat am Laufen zu halten. Die Milchkuh benötigt keine Supplementierung von Eisen, da dieses in der Regel genügend im Grundfutter enthalten ist.
  • Genetischer Aspekt
    Die Erblichkeit der Fruchtbarkeit ist nicht ausgeprägt, jedoch gibt es Kuhfamilien, welche anfälliger sind auf Zysten als andere. Wird dies festgestellt, sollte gehandelt werden. Denn solche Kühe verursachen Mehrkosten, welche sich nicht lohnen. Mit anfälligen Kühen sollte nach Möglichkeit nicht weiter gezüchtet werden.
  • Mykotoxine
    Sind plötzlich viele Kühe im Bestand von einer Zyste betroffen, können Mykotoxine im Futter vorhanden sein. Zearalenon (ZEA) ist dem Östrogen sehr ähnlich und wirkt sich somit direkt auf die Fruchtbarkeit (Zystenbildung) aus. Futter, welches mit Schimmel belastet ist, sollte nicht eingesetzt werden. Die Kühe reagieren sehr empfindlich darauf und die Verfütterung von verunreinigtem Futter kann zu Aborten oder geringerer Milchproduktion führen.
  • Stress
    Gestresste Milchkühe funktionieren oft nicht richtig. Bereits eine Stoffwechselerkrankung, Klauenprobleme, Acidose, leichte Tetanie, Mastitis, unruhige Herde, etc. können bei einer Kuh Stress verursachen. Dies gilt es zu vermeiden.

Fazit: Eine Zystenbehandlung durch den Tierarzt oder Besamer ist nur eine Symptombekämpfung. Für eine langfristige Verbesserung gilt es jedoch die Ursache zu ermitteln und diese zu eliminieren.

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